Über Psychotherapie
Vorüberlegungen zu einer Psychotherapie
Psychotherapie
Ganzheitliche körperorientierte Psychotherapie
Bioenergetik
Pesso-Therapie
Ein Therapiebericht

PESSO-THERAPIE

In den letzten Jahrzehnten wurde das Konzept einer körperorientierten Psychotherapie wesentlich weiterentwickelt und verfeinert. Vordenker begannen Erkenntnisse anderer Wissenschaftsbereiche in ihre therapeutischen Behandlungsansätze systematisch zu integrieren. So berücksichtigen heute die modernsten Körpertherapien, um nur einige Beispiele zu nennen, Ergebnisse der Evolutionsbiologie, der vergleichenden Verhaltensforschung, der Prä- und Perinatalforschung, der Traumaforschung, der Musiktherapie, der Ernährungslehre, der (Ganzheits-)Medizin, der asiatischen Heilmethoden und nicht zuletzt der Hirnforschung.

Einer der führenden Vertreter auf diesem Gebiet ist Albert Pesso, der zusammen mit seiner Frau Diane Boyden-Pesso (unter Einbeziehung zahlreicher Wissenschaftsergebnisse, v.a. der Evolutionsbiologie und der modernen Hirnforschung ) seit 1961 einen hochwirksamen, integrativen und ressourcenorientierten körpertherapeutischen Ansatz entwickelt hat. Die Pesso-Psychotherapie ( „Pesso-Boyden-System-Psychomotor", PBSP) oder kurz Pesso-Therapie ist eine ressourcenorientierte,  systemische, ganzheitliche Psychotherapie mit sehr differenzierter Aufstellungsarbeit. Sie unterstreicht die Bedeutung moderner, neurowissenschaftlicher Forschung als fundierter Informationsquelle für die körperorientierte Psychotherapie.

Pesso-Therapie wird in vielen Ländern Nordamerikas, Südamerikas und Europas verwendet, ist in den Niederlanden längst als Kassenverfahren anerkannt und weit verbreitet. Die Arbeit findet v.a. in der Gruppe statt und wird dort in zahlreichen therapeutischen Praxen und Kliniken verwendet.

„Pesso-Therapie ist ein hoch entwickelter und natürlicher Prozess zur Heilung emotionaler Defizite. Der Pesso-Therapeut hilft dem Klienten, durch einzigartige Techniken („Strukturen", „Microtracking" ©, reg. TM) seine emotionalen Defizite und Verletzungen zu identifizieren, und sogenannte „neue Erinnerungen" zu kreieren. Diese „neuen Erinnerungen" ermöglichen dem Klienten eine symbolische Erfüllung seiner grundlegenden Entwicklungsbedürfnisse nach Platz, Nahrung, Unterstützung, Schutz und Grenzen. Für den Klienten bedeutet das ein glücklicheres, gesünderes, produktiveres und hoffnungsvolleres Leben. (www.pbsp.com, übersetzt v. Verf.)

PBSP geht davon aus, dass wir eine „evolutive Erinnerung" besitzen, eine Erinnerung an das, was zu (einem guten) Leben führt, d.h. an Verhaltensweisen, die sich im Lauf der Evolution über Jahrhunderttausende bewährt haben (wie z.B. das Stillen an der mütterlichen Brust bei Säugetieren und Menschen). Tief in uns „wissen" wir, dass das „gut" ist (da es eben lebensfördernd ist) und erwarten/ersehnen von Anfang an diese Verhaltensweisen von unseren Bezugspersonen. Das Wissen darum ist in unseren Genen, in einem universellen "genetischen Gedächtnis", gespeichert.

Werden unsere dementsprechenden, grundlegenden Entwicklungsbedürfnisse (nach Platz, Nahrung, Unterstützung, Schutz und Begrenzung) in der Kindheit adäquat beantwortet, so sind die Voraussetzungen für ein befriedigendes, sinnerfülltes Leben gegeben: Dadurch, dass wir diese Bedürfnisse als legitimen Teil von uns erfahren, lernen wir, später - im Umgang mit uns selbst und anderen - gut für uns zu sorgen.

Finden hingegen diese „genetischen Bedürfnisse" - das, was jedes Lebewesen vom Leben erwartet - in unserer Kindheit keine „guten Antworten", sondern erleben wir z.B. Mangel, Verluste, Gewalt, Ein- und Übergriffe, so entwickeln wir tiefe Gefühle von Schmerz, Frustration, Verzweiflung oder Aggression. Zudem kommt es häufig zu weitgehend voraussagbaren Störungen (bei fehlender Unterstützung z.B. zu Fallangst).

Unser inneres Erfahrungsbild ist dann geprägt von negativen Erwartungshaltungen, von Angst und Misstrauen, und von der Überzeugung, dass unsere (Grund-)Bedürfnisse nicht in Ordnung sind. Parallel dazu fehlt in unseren Hirnstrukturen das Abbild eines „guten Gegenübers".

Als Erwachsene wiederholen wir (meist unbewusst) diese Gefühle und „Dramen", da wir uns an dem orientieren, was wir in unserer Kindheit an Bedingungen vorgefunden haben. Diese Erfahrungen sind in unserem Gehirn ebenso eingeprägt wie im übrigen Körper und in unserem Charakter, und uns oft nicht bewusst. Sie werden „reale Erinnerungen" genannt, „Erinnerungen" (unseres Gehirns, Körpers, Charakters) an das, was wir real erlebt haben.

Die genetischen oder Entwicklungsbedürfnisse bleiben in uns erhalten. Sie zeigen sich in unserem Körperausdruck (Haltung, Mimik, Gestik, Gestimmtheit) ebenso wie in unseren Gefühlen (Sehnsüchten, Ängsten) und bestimmten Verhaltensweisen. Und sie "warten" (unabhängig davon, wie alt wir sind) darauf, (endlich) adäquat beantwortet zu werden.

In der Pesso-Therapie geht es ganz wesentlich darum, dafür eine neue und gute Lösung zu finden. Zu diesem Zweck wird eine unserer wichtigsten heilenden Ressourcen, die tiefer gelegene, „evolutive Erinnerung"  aktiviert, die Erinnerung an das, was wir in unserer Kindheit ersehnt hätten, was gut, "richtig", erleichternd, befriedigend, vielleicht erlösend gewesen wäre. In „Strukturen" (die Bezeichnung für die Arbeit des einzelnen Teilnehmers in und mithilfe der Gruppe) mit einer sehr differenzierten Aufstellungsarbeit (szenische Reinszenierung mit symbolischen Figuren: unterstützenden, schützenden und begrenzenden Rollenspielern der Gruppe) wird eine heilende „neue Erinnerung" erarbeitet, die mit dem gesamten Organismus erlebt wird. Sie ist an die Prinzipien der „evolutiven Erinnerung" angelehnt, an das, was wir damals - von idealen Bezugspersonen! - anstelle des real Erlebten gebraucht hätten, und letztlich alle ursprünglich von der Welt ersehnen.

Und so bekommt unser „inneres unglückliches Kind", anstelle das frühere „Drama" immer wieder schmerzhaft zu wiederholen, auf die damalige Zeit rückprojizierte, heilende symbolische Gegenerfahrungen ("antidote") zum Verinnerlichen. Im Gehirn kann sich nun das Bild eines „guten Gegenübers" manifestieren. Unser Erleben und Verhalten ändert sich Schritt für Schritt...

In der Pesso-Therapie wird großer Wert auf die Information des Klienten über die Grundannahmen der Arbeit und die entsprechenden Vorgehensweisen gelegt. Das dient der Etablierung eines guten und tragfähigen Arbeitsbündnisses. Zugleich werden aber auch die obersten Selbststeuerungsinstanzen des Klienten (in PBSP "Pilot" genannt) angesprochen und gestärkt, was sich auf den Therapieverlauf sehr vorteilhaft auswirkt (und zugleich ein integraler Teil von PBSP ist).  

Die Haltung des Pesso-Therapeuten gegenüber dem Klienten ist von großem Respekt geprägt. So werden z.B. in den Strukturarbeiten die therapeutischen Schritte mit ihm/ihr abgestimmt. Der "Pilot" des Klienten hat somit immer die Kontrolle über den Prozess. Durch dieses feindosierte Vorgehen wird auch die schrittweise, sorgsame Bearbeitung sehr schwieriger (z.B. schambesetzter, sehr früher oder auch kaum bewußter) lebensgeschichtlicher Themen möglich. Der Therapeut schafft eine "Sphäre der Möglichkeiten", einen emotionellen Wachstumsraum, der getragen ist von seiner grundlegenden Zuversicht dem menschlichen Leben, seinen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten gegenüber.

Die in der Pesso-Therapie gemachten Erfahrungen führen nachweislich zu Nachreifung, Reintegration, Heilung und Neuorientierung auf der körperlichen, emotionellen, geistigen, charakterlichen und auch der hirnphysiologischen Ebene.

Albert Pesso ist seit vielen Jahren mit führenden Hirnforschern bezüglich der Wirksamkeit seiner Therapie in intensivem Kontakt.







Verhaltensweisen, die sich über Jahrhunderttausende bewährt haben, wie z.B. das Stillen an der mütterlichen Brust.

























In der Pesso-Therapie geht es darum, die Erinnerung an das, was wir in unserer Kindheit ersehnt hätten, zu aktivieren.































Im Gehirn kann sich nun das Bild eines "guten Gegenübers" manifestieren.